Mensch gegen Tier – Stierkampf in Sevilla

Der Stierkampf war schon immer ein Thema, das die Menschen – Spanier so wie Ausländer – spaltet. Einerseits Dorn im Auge unzähliger Tierschützer, andererseits beliebtes Spektakel und auch nicht zuletzt bis heute fester Bestandteil der spanischen Kultur. Nahe des Zentrums von Sevilla und deren Hotels befindet sich die zweitgrößte Stierkampfarena Spaniens, die Maestranza Arena aus dem Plaza de Toros. Wer dem Ganzen nicht abgeneigt gegenübersteht, kann dort von Anfang April bis Ende Oktober die Kämpfe hautnah miterleben. Der Plaza de Toros ist als berühmte Sehenswürdigkeit kaum zu verfehlen und von einem zentral gelegenen Hotel in Sevilla gut zu Fuß zu erreichen. Entschließt man sich zu einem Besuch, sieht man in der Regel sechs Stierkämpfe, von denen jeder etwa eine halbe Stunde dauert. Ein jeder besteht aus drei Abschnitten und endet mit dem Tod des Stieres, der vom Matador im letzten Teil des Kampfes, in der Suerte suprema durch einen Schwertstoß in den Nacken ausgeführt wird. Dieser ist durch das Reizen mit dem roten Tuch, dem Capa, und den nicht unerheblichen Verletzungen durch die sog. Picadore, schon erheblich erschöpft und auch unvorsichtiger. In der Feria de Abril, dem Frühlingsfest der Sevillaner welches zwei Wochen nach Ostern beginnt, treten die bekanntesten Stierkämpfer Spaniens auf, was die Tickets noch teurer macht, aber einen spektakulären Kampf versprechen soll. Die Faszination für den Kampf Mensch gegen Tier reicht weit in die Geschichte zurück. Sowohl im antiken Rom, als auch auf Inseln wie Kreta waren die Veranstaltungen erst bei Adeligen, später auch bei dem Volk beliebt und galten als Vorbereitung auf anstehende Kriege. Die Tradition blieb erhalten, nicht nur in Spanien, sondern auch in Portugal, Südfrankreich und Teilen Lateinamerikas. Ein festlicher Kampf oder pure Tierquälerei – die Diskussion wird weitergehen. Und die Stierkämpfe auch.

Geschrieben von: maria
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